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Über das Autorengespräch mit Simon Sahner zu seinem Buch "Die Sprache des Kapitalismus" hat der Deutsch-LK von Dr. Felix Passek einen Bericht geschrieben.

Am Freitag, den 14. März 2025, durften wir nicht nur mit dem Autor Simon Sahner über sein Buch „Die Sprache des Kapitalismus“ sprechen, sondern auch den ersten Geburtstag des Buches feiern!

Die Deutsch-Leistungskurse der Kursstufe 1 hatten sich über mehrere Wochen mit dem Thema „Sprache und Politik“ beschäftigt, das sowohl im Lehrplan als auch im Abitur von Bedeutung ist. In dem Buch „Die Sprache des Kapitalismus“, das Simon Sahner zusammen mit Daniel Stähr geschrieben hat, wird die Bedeutung von Sprache in unserem kapitalistischen System thematisiert. Das Sachbuch setzt sich mit dem Einfluss von Sprache auf Wirtschaft und Politik auseinander – ein perfektes Buch für das Abiturthema 2026, von dem die Deutsch Leistungskurse nur profitieren konnten.

Mit Hilfe motivierter Schülerinnen wurden Fragen für das Gespräch mit Simon Sahner und die sonstigen Rahmenbedingungen vorbereitet. In dem Autorengespräch wurden dann nicht nur wichtige und spannende Perspektiven zur „Sprache des Kapitalismus“ eröffnet, sondern es wurde auch darüber gesprochen, wie es ist, ein Buch zu schreiben.

Das Gespräch begann im Stufensaal, auf gemütlichen Sofas, nach einer herzlichen Begrüßung. Der Autor berichtete von seiner Inspiration für das Buch und von der Zusammenarbeit mit Daniel Stähr, die er als sehr harmonisch beschrieb, sowie über die Herausforderungen, die im Laufe des Schreibens aufkamen. Das gemeinsame Schreiben mit einem Co-Autor sah laut Sahner so aus, dass jeder zunächst einmal eigene Textteile schrieb, für die er Experte war. Diese wurden dann vom jeweils anderen überarbeitet und verbessert. Kam es bei einem bestimmten Thema zu Meinungsverschiedenheiten, wurde fleißig diskutiert und gemeinsam eine Entscheidung getroffen. Eine konstruktive Zusammenarbeit, die letztlich ermöglichte, dass wir als Leser*innen dieses Buch nun in den Händen halten können und unser Wissen erweitern dürfen.

Nach diesem interessanten Einblick in den Schreibprozess und die Zusammenarbeit zwischen Simon Sahner und Daniel Stähr widmeten wir uns im Gespräch zunehmend den inhaltlichen Aspekten des Buches. Dabei gingen wir zunächst auf die vergangene Bundestagswahl ein und darauf, wie Sprache den Wahlkampf beeinflusst hat. Als Beispiel wurde der Slogan „Leistung muss sich wieder lohnen“ analysiert und diskutiert. Sahner hinterfragte die Bedeutung der Worte: Was bedeutet „Leistung“? Und wer sind die Menschen, die in unserer Gesellschaft etwas „leisten“ und deren Arbeit sich wieder „lohnen“ soll? Dass der Slogan in dieser Hinsicht nur vage formuliert ist, ist für den Autor ein Beweis dafür, dass Wörter in der Politik sehr bewusst verwendet werden und einen großen Einfluss haben können.

Er thematisierte ebenfalls, wie sich die kapitalistische Sprache in unserem Sprachgebrauch entwickelt hat und wie tiefgreifend diese unser Leben und unsere Art zu wirtschaften bestimmt. Sahner sieht das Problem der Sprache des Kapitalismus darin, dass sie häufig verschleiere, was wirklich passiere, z.B. bei den Begriffen „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“. In unserem normalen Sprachgebrauch ist die Führungskraft diejenige Person, die Arbeit gibt, und der/die Angestellte die Person, die Arbeit nimmt. Dieses traditionelle Verständnis der Begriffe (und die zugrundeliegende Rangordnung) ließe sich jedoch auch umkehren: Es sind gerade die Angestellten, die einem Unternehmen ihre Arbeit geben, und es ist die Führungskraft, die deren Arbeit nimmt.

Nach diesem Einblick in das Buch wagten wir noch einen Blick in die Zukunft: Wir fragten Simon Sahner, ob es Alternativen zum Kapitalismus gebe und ob der Kapitalismus irgendwann von einem anderen System abgelöst würde. Er betonte zunächst, dass es klare Gründe für die Erfolgsgeschichte des Kapitalismus gebe, z.B. dass es vielen Menschen heute wesentlich besser gehe als früher. Es gebe allerdings nicht nur Gewinner in diesem System, sondern auch Verlierer. Zudem sei das nie enden wollende Streben nach Profit problematisch, weil ein unendliches Wachstum nicht realistisch sei. Das Hauptproblem sei jedoch, dass der Kapitalismus uns alternativlos erscheine, auch weil seine Erfolgsgeschichte immer wieder erzählt werde – womit wir wieder bei der Sprache wären.

Kritik für ihr Buch haben die Autoren übrigens auch bekommen, größtenteils erhielten sie aber positive Rückmeldungen. Für die Autoren waren die schönsten Momente nach der Veröffentlichung des Buches, wenn Leser*innen durch das Buch Wissen erlangt hatten und dieses mit den beiden teilten. Die Autoren haben damit ihr Ziel erreicht: Menschen dazu aufzufordern, über Sprache nachzudenken und diese zu hinterfragen.

Nach einem tiefen Einblick in das Buch und mögliche Zukunftsaussichten wurde das Gespräch für das Publikum geöffnet. Die Schüler*innen konnten eigene Fragen an den Autor richten. Es wurde zum Beispiel nach neuen Buchprojekten gefragt, die bestätigt wurden, aber auch nach Themen wie dem Leben im Kapitalismus und dem Einfluss von sozialen Medien. Das Interesse der Lehrer*innen und Schüler*innen war sehr groß. Herr Süßle war der Meinung, dass das Gespräch ein sehr gut organisiertes und erfolgreiches Event war, das auf jeden Fall öfter stattfinden sollte. Für ihn waren die angesprochenen Themen und die Denkanstöße eine sehr gute Vorbereitung auf das Abitur 2026. Das Feedback von Schülerinnen und Schülern war ebenfalls sehr positiv. Das Gespräch wurde als „sehr angenehm“ und „klar strukturiert“ beschrieben. Die Meinungen zum Thema waren hingegen eher gespalten: Die einen fanden es sehr ansprechend und interessant, die anderen eher nicht, aber dennoch waren sich alle Befragten einig, dass sie mit neuem Wissen und spannenden Impulsen aus dem Gespräch herausgegangen sind.

Wir bedanken uns vielmals bei der Angell Schulstiftung, ohne die dieses gewinnbringende Autorgespräch nicht hätte stattfinden können.

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