Gelegenheit zur Diskussion mit Filmemacher Marco Keller hatten Schüler der 10a, der 10bili und der K1 zusammen mit Lehrerin Dr. Annette Schuck und Lehrer Thomas Plapp am Dienstag, den 09.05. im Freiburger „Friedrichsbau“.
Dort wurde Marco Kellers Film „AGROkalypse - Der Tag, an dem das Gensoja kam“ gezeigt, der mehrere Geschichten rund um den Anbau von Soja erzählt. Inwieweit die Ureinwohner Brasiliens vom Sojaanbau betroffen sind und wie dieser mit den weltweiten Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt, veranschaulichte die Dokumentation nur zu gut.
Damit ein Kilogramm Fleisch produziert werden kann, müssen um die 12 Kilogramm proteinreiches Futtermittel an die Tiere verfüttert werden. Soja, welches sich durch seinen hohen Proteingehalt auszeichnet, wird daher sehr gern und in großen Mengen dafür verwendet.
Die Konsequenzen des rasch anwachsenden Agrarsektors und des Fleischkonsums der westlichen Welt müssen vor allem die Ureinwohner Brasilien tragen. Meist sind es Großkonzerne, die durch den Anbau von Soja Gewinne in Millionenhöhe machen. Durch das Abholzen der Urwälder werden Menschen und Tiere aus ihrer natürlichen Umgebung vertrieben, da die Sojafarmer stets versuchen ihre Anbauflächen zu vergrößern. Die vertriebenen Guarani-Kaiowás (Ureinwohner), welche weder von der Polizei noch von der Regierung unterstützt werden, müssen sich immer wieder ein neues Zuhause erschaffen. Für die vertriebenen Ureinwohner scheint das Elend und die Armut kein Ende zu finden.
Ein weiteres zentrales Thema ist der Anbau von genmanipuliertem Soja. Das sind genetisch veränderte Sojabohnen, die eine kostengünstigere Unkrautbekämpfung ermöglichen. Dadurch sparen die Sojafarmer an teurer Unkrautbekämpfung. Die Sojapflanzen sind genetisch so manipuliert, dass sie auf diverse Herbizide und Pestizide nicht ansprechen und somit auch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.
Neben den vielen Großkonzernen, die den Anbau von transgenen Soja unterstützen gibt es auch Unternehmer wie Wolfgang Heck, seit 30 Jahren Pionier der Tofu-Erzeugung und Gründer des Freiburger Unternehmens Life Food/Taifun. Mit seinem Unternehmen unterstützt er den ökologischen Anbau von Soja, um damit den Tofu zu produzieren. In Brasilien lässt Heck von kleinen Bauernhofbetrieben Bio-Soja anbauen. Dabei wird auf Herbizide und Pestizide verzichtet – alles wird per Hand gepflegt und auch Unkraut wird persönlich entfernt. Damit schlägt Heck einen nachhaltigen Weg ein. Für Heck, der für den ökologischen Sojaanbau kämpft, wird es immer schwieriger in Brasilien nachhaltig mit Kleinbauern zu arbeiten. Vor allem liegt das daran, dass die Sojafarmer durch den transgenen Sojaanbau weniger Arbeit haben und damit viel Geld verdienen.
Was der Film besonders hervorhebt sind die Probleme, die der Anbau von Gensoja in Brasilien verursacht. Aber auch potentielle Lösungsansätze werden in dem Film thematisiert. Die Unterstützung ökologischer Bauernhöfe oder auch die bewusste Ernährung sind Möglichkeiten, dem Anbau von Gensoja und der Vertreibung der Ureinwohner entgegenzuwirken.
In einer Fragerunde stellten Schüler Fragen an Keller und diskutierten sowohl über den Film als auch über mögliche Lösungsansätze, um den Anbau von Gensoja zu hemmen.